30. Jahrestag der Gründung des SNM – Museums der Kultur der Karpatendeutschen

Im Jahr 2024 feierten wir den 30. Jahrestag der Gründung des Museums der Kultur der Karpatendeutschen. Es wurde am 1. Januar 1997 als spezialisiertes Museum des Slowakischen Nationalmuseums gegründet. Sein Vorgänger war die Abteilung für Geschichte und Kultur der Karpatendeutschen, die am 1. August 1994 im Rahmen des Historischen Museums des Slowakischen Nationalmuseums eröffnet wurde. Das Museum ist die wichtigste Institution, die sich der Erhaltung und Präsentation des kulturellen Erbes der Karpatendeutschen widmet und sein Sitz ist in der Žižkova Strasse in Bratislava.

Das Museum der Kultur der Karpatendeutschen in Pressburg, das als Zweigstelle des Slowakischen Nationalmuseums fungiert. Nebenan befindet sich das Museum der Kultur der slowakischen Ungarn.

 

Sammlungen und Ausstellungen

Das Museum beherbergt eine Vielzahl von Sammlungen, die das alltägliche Leben, die Traditionen und die Bräuche der Karpatendeutschen dokumentieren. Dazu gehören auch Kunsthandwerk - Exponate, die die handwerklichen Fähigkeiten und künstlerischen Traditionen der Karpatendeutschen zeigen.

Man findet dort auch Exponate, die den Lebensstil und die Kultur dieser Gemeinschaft widerspiegeln, sowie historische Dokumente und Fotografien, die die Geschichte und Entwicklung der Karpatendeutschen in der Region festhalten. Das Museums der Kultur der Karpatendeutschen  hat seinen Sitz in der Sunyal-Kurie in der Žižkova 14 in Pressburg. Seit 1998 hat hier das Slowakische Nationalmuseum-Museum der Kultur der Karpatendeutschen seinen Sitz.

Der Gründer des Museums

Das Museum hat es sich zum Ziel gesetzt, die materiellen und geistigen Kulturdokumente der Karpatenvölker zu sammeln, zu bewahren, fachgerecht aufzubereiten und zu präsentieren und ihre Geschichte und Kultur objektiv zu erfassen. Es hat Zweigstellen in Deutsch Proben und Krickerhau, die ein Dokumentations- und Informationszentrum sowie eine Bibliothek umfassen. Die Gründung des Museums wurde in den 1990er Jahren von Dr. Ondrej Pöss initiiert, der bis 2021 Direktor der Einrichtung war und seit vielen Jahren Präsident des Karpatendeutschen Vereins ist.

„Das goldene Zeitalter der Karpatendeutschen war sicherlich nach der Reformation. Es war nicht nur der Protestantismus, der aus Deutschland in die Region kam, sondern auch die Innovationen im Bergbau der Zeit und die modernen architektonischen Strömungen gewannen an Raum“, teilt seine Gedanken mit uns Dr. Pöss. „Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einheit der deutschen Siedlungen zerbrochen und die nach der Vertreibung Zurückgebliebenen waren einem Assimilationsdruck ausgesetzt, wobei unter ihnen Angst die allgemeine Stimmung beherrschte“, sagt er und verweist auf eine andere, nicht gerade goldene Ära der Gemeinschaft.

Dr. Pöss beschäftigt sich seit langem mit der Geschichte und den Traditionen der Karpatendeutschen und ist seit der Wende an vorderster Front der Selbstorganisation der Deutschen in der Slowakei tätig. Er selbst stammt aus einer alten Siedlerfamilie, geboren in Krickerhau, wo sein Vater als Bergmann arbeitete. In Anerkennung seines jahrzehntelangen Schaffens wurde er am 4. März 2014 vom österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer mit der Goldmedaille und am 21. Mai 2012 vom deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Bildungsangebote

Das Museum bietet verschiedene Bildungsprogramme an, um das Wissen über die Kultur der Karpatendeutschen zu fördern. Diese Programme richten sich an Schulen und an die breite Öffentlichkeit und umfassen Führungen, Workshops und Vorträge.

Besuchsinformationen

Das SNM – Museum der Kultur der Karpatendeutschen ist für Besucher zugänglich, wobei Öffnungszeiten und Eintrittspreise variieren können. Es wird empfohlen, im Voraus Informationen einzuholen, um den Besuch optimal zu planen. Insgesamt spielt das Museum eine wichtige Rolle bei der Bewahrung des kulturellen Erbes der Karpatendeutschen und bietet einen Einblick in deren reiche Geschichte und Traditionen.

Peter Janoviček